Von August 1944 bis März 1945 war in den Frankfurter Adlerwerken das KZ-Außenlager „Katzbach“.
1.616 Menschen leisteten Zwangsarbeit in der Rüstungsproduktion. Im Februar 1945 konnte man die Zwangsarbeiter nicht mehr brauchen.
2.3.2025, 19 Uhr | Club Voltaire
Kleine Hochstraße 5, Frankfurt am Main
Zusammen mit den ersten 200 Häftlingen brachte die SS den polnischen Journalisten Janusz Garlicki ins KZ „Katzbach“ in den Frankfurter Adlerwerken. Er überlebte das KZ und den Todesmarsch. Erst 2021 erschienen seine Erinnerungen auf Deutsch. Der Dokumentarfilmer Heiko Arendt verknüpft Garlickis Texte mit Aufnahmen aus dem heutigen Gallus und zeitgenössischen Film- und Fotodokumenten.
Bündnis Antifaschistische Filmreihe
VVN-BdA Frankfurt am Main, ANPI,
Dritte Welt Haus, DIDF Jugend, SDS
6.3.2025, 17.30 Uhr | Geschichtsort Adlerwerke
Kleyerstr. 17, Frankfurt am Main
Im Zentrum der Führung durch den Geschichtsort Adlerwerke steht das KZ „Katzbach“ und dessen Auflösung im März 1945. Warum gab es in den Adlerwerken ein KZ? Wie waren die Lebens- und Arbeitsbedingungen der KZ-Häftlinge? Welche Verbindungen gibt es zu den Konzentrationslagern Natzweiler, Buchenwald, Dachau und Bergen-Belsen? Was verbindet diesen Ort mit Warschau, dem Main-Kinzig-Kreis und Osthessen?
Geschichtsort Adlerwerke
14.3.2025, 18 Uhr
Golub-Lebedenko-Platz, Frankfurt am Main
Wenige Tage bevor Frankfurt befreit wurde, flohen am 14. März 1945 der 19-jährige Adam Golub und der 21-jährige Georgij Lebedenko aus dem KZ in den Adlerwerken. Sie versuchten sich vergeblich im Gallus zu verstecken. Anwohner:innen verrieten sie an die SS. Beide wurden auf offener Straße von der SS erschossen. Die Gedenkaktion erinnert an dieses Verbrechen.
Eine gemeinsame Veranstaltung von
Geschichtsort Adlerwerke: Fabrik, Zwangsarbeit, Konzentrationslager; Leben und Arbeiten in Gallus und Griesheim e.V. (LAGG); Förderverein für die Errichtung einer Gedenk- und Bildungsstätte KZ Katzbach in den Adlerwerken und zur Zwangsarbeit in Frankfurt am Main e.V.; Gallus Theater, Zeichen der Hoffnung – Znaki Nadziei e.V.
17.3.2025, 19 Uhr | Gallus Theater
Kleyerstr. 15, Frankfurt am Main
Kurz vor der endgültigen Auflösung des KZ „Katzbach“ wurden etwa 450 kranke KZ-Häftlinge für mehrere Tage in Güterwaggons gesperrt. Am frühen Morgen des 18. März 1945 fuhr der Zug ins KZ Bergen-Belsen. Die Gefangenen erhielten keine Nahrung und Wasser, der Zug geriet unter alliierten Beschuss. Die meisten Häftlinge starben. Die Veranstaltung erinnert an diese Geschehnisse.
Eine gemeinsame Veranstaltung von
Geschichtsort Adlerwerke: Fabrik, Zwangsarbeit, Konzentrationslager; Leben und Arbeiten in Gallus und Griesheim e.V. (LAGG); Förderverein für die Errichtung einer Gedenk- und Bildungsstätte KZ Katzbach in den Adlerwerken und zur Zwangsarbeit in Frankfurt am Main e.V.; Gallus Theater, Zeichen der Hoffnung – Znaki Nadziei e.V.
18.3.2025, 19.30 Uhr | Romanfabrik
Hanauer Landstr. 186, Frankfurt am Main
Andrzej Branecki, Władysław Jarocki, Kajetan Kosinski, Jan Kozłowski, Ryszard Olek und Zygmunt Świstak wurden aus dem Warschauer Aufstand in das KZ „Katzbach“ deportiert. 60 Jahre später führte Joanna Skibińska ausführliche Gespräche mit ihnen. Die KonzertLesung mit Christoph Pütthoff (Schauspiel Frankfurt) und Susanne Kohnen (Oboe/Saxofon) macht die Erzählungen aus den Interviews plastisch.
Leider ist kein barrierefreier Zugang zum Veranstaltungsort möglich.
Eine gemeinsame Veranstaltung von
Geschichtsort Adlerwerke: Fabrik, Zwangsarbeit, Konzentrationslager; Leben und Arbeiten in Gallus und Griesheim e.V. (LAGG); Förderverein für die Errichtung einer Gedenk- und Bildungsstätte KZ Katzbach in den Adlerwerken und zur Zwangsarbeit in Frankfurt am Main e.V.; Gallus Theater, Zeichen der Hoffnung – Znaki Nadziei e.V. in Kooperation mit der Romanfabrik
21.3.2025, 15 Uhr | Hauptfriedhof
Eckenheimer Landstraße 196, Frankfurt am Main
Auf dem Frankfurter Hauptfriedhof befindet sich das Gemeinschaftsgrab der 527 im Konzentrationslager „Katzbach“ ermordeten Gefangenen. Dort finden sich die Namen von verstorbenen KZ-Häftlingen auf Steinplatten. Bislang fehlten dort allerdings viele Namen, andere sind falsch geschrieben oder aufgrund der Verwitterung schlecht zu lesen. Die neue Gedenkstele ändert dies nun.
Treffpunkt: 14:45 am Haupteingang (Eckenheimer Landstraße, Nahe U‑Bahn-Station „Hauptfriedhof“).
23.3.2025, 11 Uhr | Gallus Theater
Kleyerstr. 15, Frankfurt am Main
Das Oratorium für Stimmen und Akkordeon behandelt in elf Sequenzen Grundmuster des Terrors und des Leids. Die Texte stellen verschiedene Formen des Erinnerns nebeneinander: den Bericht; die Klage; die Frage; das Fragment. Die szenische Lesung findet nicht statisch, sondern im Raum statt; Sprecherin und Sprecher lesen von Partituren. Zwischen den Textpassagen erklingt eine Komposition für Akkordeon. Sie umkreist den polnischen Hymnus Bogurodzica: eine vergebliche Suche in heilloser Zeit. Im Anschluss an die Aufführung folgt ein Gespräch.
Eine Produktion von
TheaterProzess mit Edgar M. Böhlke, Nicole Horny, Ilja Kamphues und Beate Jatzkowski (Akkordeon)
Komposition von
Gerhard Müller-Hornbach
Text von
Ulrich Meckler
Kooperation
KunstGesellschaft e.V.
23.3.2025, 12–18 Uhr | Geschichtsort Adlerwerke
Kleyerstraße 17, Frankfurt am Main
Am Tag der offenen Tür bietet der Geschichtsort Adlerwerke Führungen durch die Dauerausstellung, über das Gelände der ehemaligen Adlerwerke und durch den umgebenden Stadtteil an.
Geschichtsort Adlerwerke
23.3.2025, 18 Uhr | Kirche St. Gallus
Mainzer Landstr. 299, Frankfurt am Main
Die Opfer des KZ „Katzbach“ waren in ihrer großen Mehrheit Polen. Um an sie zu erinnern und sie zu ehren, findet der Gedenkgottesdienst in polnischer und deutscher Sprache statt. Aus dieser Erinnerung wird die Verpflichtung des „Nie wieder“; unter diesem Motto steht dieser Gottesdienst.
24.3.–2.4.2025, 10–17 Uhr | Paulskirche
Paulsplatz 1, Frankfurt am Main
Die Geschichte des KZ „Katzbach“ und des Todesmarsches im März 1945 von Frankfurt nach Hünfeld wird als Wanderausstellung gezeigt. Die Premiere dieser Ausstellung ist in der Frankfurter Paulskirche. Die Ausstellung im Geschichtsort Adlerwerke bleibt geöffnet. Sie stellt das KZ „Katzbach“ in den Zusammenhang der Geschichte von Arbeit, Zwangsarbeit und Migration.
Geschichtsort Adlerwerke
24.3.2025 | Paulskirche
Paulsplatz 1, Frankfurt am Main
Als der Einmarsch der Alliierten in Frankfurt nur wenige Tage bevorstand, geschah in der Stadt und Umgebung ein Verbrechen. SSWachen trieben ab dem Abend des 24. März 1945 etwa 360 entkräftete Häftlinge des KZ „Katzbach“ zu Fuß unter Kälte und Hunger durch die Region. Über das Kinzigtal und Fulda erreichte der Todesmarsch am 29. März 1945 das osthessische Hünfeld. Von dort wurden die Überlebenden ins KZ Buchenwald gebracht. 280 kamen dort an. Am 24. März 2025, dem 80. Jahrestag der Auflösung des KZ in den Adlerwerken und des Beginns des Todesmarsches gedenken Vertreter:innen aus Politik und Zivilgesellschaft zusammen mit Angehörigen der einstigen Häftlinge den Opfern des KZ „Katzbach“.
Eine Anmeldung zu dieser Veranstaltung ist notwendig.
Interessierte Bürgerinnen und Bürger erhalten eine Einlasskarte für die Gedenkveranstaltung am 24. März, gültig für eine Personen, unter Vorlage eines Personalausweises in der Bürgerberatung in der neuen Altstadt (Hinter dem Lämmchen 6). Öffnungszeiten sind von Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr. Die Karten liegen dort ab sofort und bis einschließlich Donnerstag, 20. März, aus. Der Eintritt ist frei.
26.3.2025, 18 Uhr | Geschichtsort Adlerwerke
Kleyerstraße 17, Frankfurt am Main
Jenni Hauwert-Swistaks Vater, Onkel und Großvater wurden 1944 während des Warschauer Aufstandes festgenommen und über das KZ Dachau ins KZ „Katzbach“ deportiert. In dieser Gesprächsveranstaltung berichtet sie über die Auswirkungen auf ihre Familie auch bis nach Australien.
Anmeldung unter
info@geschichtsort-adlerwerke.de
Geschichtsort Adlerwerke
30.3.2025, 12 Uhr | Geschichtsort Adlerwerke
Kleyerstraße 17, Frankfurt am Main
Die „Kuhle Wampe Frankfurt am Main“ fährt die Route des Todesmarsches ab; – in Frankfurt am nördlichen Mainufer über die Hanauer Landstraße bis zur Stadtgrenze in Fechenheim, – im Maintal auf der damaligen R40 (heute B40) durch Dörnigheim, – Hanau nördlich umgehend im Kinzigtal über Gelnhausen, Salmünster, Steinau weiter auf der R40, – diese durch Schlüchtern über den Landrücken bis Neuhof, – hinter Kerzell auf die damalige R27 abbiegend, – mitten durch Fulda und – schließlich die R27 entlang im Haunetal bis Hünfeld.
Unterwegs stoppen wir an den Orten der Erinnerung an die Tortur der Opfer. Alle sind eingeladen, mit Motorrad mitzufahren.
Kontakt
motorrad-ffm@posteo.de
Die „Kuhle Wampe“ ist ein antifaschistischer Motorradclub. Kuhle Wampe (Leerer Bauch) war der Name einer Zeltdorfkolonie am Rande Berlins während der Wirtschaftskrise Anfang der dreißiger Jahre. In dieser Zeit, die von Massenarbeitslosigkeit und drohendem Faschismus geprägt war, wurden dort u. a. Sport- und Freizeitveranstaltungen, z. B. Motorradrennen, organisiert. Die Betroffenen haben ihre Interessen in Selbstorganisation und gemeinsam vertreten. Für die „Kuhle Wampe“ gilt bis heute, dass Menschen täglich durch eine zunehmend menschenfeindliche und naturverdrängende Politik beeinträchtigt werden.
Daraus leitet sich unser politischer Anspruch ab. Unsere Rechte, ob auf der Straße oder im täglichen Leben, können nur durch gemeinsames und solidarisches Handeln durchgesetzt werden.
25.3.2025, 19 Uhr | Bonifatiushaus
Neuenberger Str. 3–5, 36041 Fulda
Im Rahmen dieser Veranstaltung wird über das KZ „Katzbach“ in den Frankfurter Adlerwerken informiert und der Todesmarsch 1945 nach Hünfeld thematisiert, mit besonderem Fokus auf die Ereignisse in und um Fulda. Thomas Altmeyer beleuchtet die lokalen Geschehnisse, die Route des Marsches und das Schicksal der Häftlinge. Wir laden dazu ein, sich mit der Geschichte des KZ „Katzbach“ und Fuldas im Nationalsozialismus auseinanderzusetzen und so das Gedenken an die Opfer wachzuhalten.
Mit Thomas Altmeyer
Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945
und Geschichtsort Adlerwerke
Eine Kooperation der
Heinrich-Böll-Stiftung Hessen, Fulda stellt sich quer e.V.
und der Katholischen Akademie Fulda
27.3.2025, 19 Uhr | Kulturkeller Fulda
Jesuitenplatz 2, 36037 Fulda
Der polnische Journalist Janusz Garlicki, ein Überlebender von Lagerhaft und Todesmarsch, veröffentlichte Jahrzehnte nach Kriegsende ein Buch über seine Erfahrungen. 2021 erschienen seine Erinnerungen „Von der Wahrscheinlichkeit zu überleben“ in deutscher Sprache. Der gleichnamige Dokumentarfilm von Heiko Arendt verbindet Texte aus Garlickis Buch mit aktuellen Aufnahmen aus dem heutigen Gallus sowie historischen Film- und Fotodokumenten. Im Anschluss an die Filmvorführung wird der Filmemacher Heiko Arendt mit dem Publikum über die Eindrücke und Inhalte des Films diskutieren.
Mit Heiko Arendt
Filmemacher und Fotograf
Lioba Martini
Geschichtsort Adlerwerke
Eine Kooperation der
Heinrich-Böll-Stiftung Hessen, Fulda stellt sich quer e.V.
und dem Kulturzentrum Kreuz e.V.
29.3.2025, 18.30 Uhr | Landsynagoge Heubach
Friedensstraße 9, 36148 Kalbbach-Heubach
Ein Opfer des Todesmarsches aus den Frankfurter Adlerwerken im März 1945
Vortrag von Dr. Götz Hartmann
Der Historiker Götz Hartmann, Mitarbeiter beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Hessen, schildert am Samstag, 29. März 2025, um 18.30 Uhr in Kalbach-Heubachs ehemaliger Synagoge das Schicksal eines der Opfer des Todesmarsches. Władysław Żukowski aus Warschau, damals 43 Jahre alt, wurde am 29. März 1945 am Straßenrand bei Fulda-Dietershan durch einen Schuss in den Hinterkopf ermordet. Als „Unbekannter“ zunächst auf dem Gemeindefriedhof von Dietershan begraben, wurde er 1960 vom Volksbund auf die Kriegsgräberstätte Ludwigstein bei Witzenhausen umgebettet. Durch Prüfung und Vergleich verschiedener Quellen gelang es 2021 im Forschungsprojekt des Volksbunds zur Geschichte der hessischen Kriegsgräberstätten, das Schicksal des vermeintlich „Unbekannten“ doch noch zu klären und sein Grab mit seinem Namen zu versehen. Der Vortrag verbindet Informationen über den Todesmarsch von Frankfurt nach Hünfeld, bei dem in fünf Tagen etwa 70 Gefangene ermordet wurden, mit Einblicken in die Arbeit des Volksbunds.
Der Vortrag im Rahmen der Gedenkwoche ist eine Kooperation der Stadt Fulda, des Fördervereins Landsynagoge Heubach und des Landesverbandes Hessen im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge.
13.3.–3.4.2025, 9–17 Uhr | Main-Kinzig-Forum
Barbarossastraße 24, 63571 Gelnhausen
Vor dem Main-Kinzig-Forum steht vom 13. März bis zum 3. April 2025 ein LKW-Container, der tagsüber von 9–17 Uhr mit geöffneten, herausgeklappten Seitenwänden die Wanderausstellung #Stolen Memory der Arolsen Archives für die Öffentlichkeit präsentiert.
Die Ausstellung im Container erzählt von Menschen, die von den Nationalsozialisten verschleppt und in Konzentrationslagern inhaftiert wurden. Schmuck, Fotos, Papiere – die Nazis nahmen ihren Opfern bei der Verhaftung alle persönlichen Sachen ab. Die Arolsen Archives bewahren noch immer persönliche Gegenstände („Effekten“) von rund 2.000 ehemaligen KZ-Häftlingen auf. Hinter der Kampagne #Stolen Memory steht die Suche nach deren Familien, um die Erinnerungsstücke zurückzugeben.
Ebenso wie im Fall der Häftlinge aus dem KZ „Katzbach“ in den Adlerwerken Frankfurt am Main, die im März 1945 auf dem Todesmarsch bis nach Hünfeld laufen mussten und ab da per Güterzug nach Buchenwald verschleppt wurden, haben diese Menschen Angehörige hinterlassen, deren Familien bis heute auf Antworten warten. Die Wanderausstellung #Stolen Memory erzählt Geschichten der Suche.
29.3.2025, 13 Uhr
Bahnhofsvorplatz Hünfeld
In Hünfeld endete der Fußmarsch der KZ-Häftlinge am 29. März 1945. Die Überlebenden wurden in Güterwaggons getrieben und ins KZ Buchenwald gebracht. Die Kranzniederlegung erinnert an die Opfer des Todesmarschs.
25.3.2025, 19.30 Uhr | Ev. Gemeindezentrum Dörnigheim
Berliner Straße 58, 63477 Maintal
Anlässlich des Gedenktages zum Todesmarsch, der sich zum 80. Mal jährt, wird aus dem Buch „Von der Wahrscheinlichkeit zu überleben“ von Janusz Garlicki gelesen. Eine Einführung in das Buch werden Andrea Rudorff vom Fritz Bauer Institut und Julia Röttjer vom Deutschen Polen-Institut geben.
Veranstaltet wird die Lesung vom Fachdienst Kulturelle Bildung der Stadt Maintal in Kooperation mit dem Brüder Schönfeld Forum e.V.
Eintritt: frei.
Der Maintaler Stadtteil Dörnigheim nimmt in der Erinnerung an den Todesmarsch vom März 1945 eine herausgehobene Rolle ein. Denn in der Gemarkung des Dorfes am unteren Main fand man nach Durchzug der Kolonne von Häftlingen des KZ Katzbach zwölf Leichen, überwiegend durch Genickschuss getötete Männer.
Der 25. März war ein Sonntag, an dem die evangelischen Christen die Feier der Konfirmation abhielten und eher festlich gestimmt waren. Aufgeschreckt wurden sie durch gelegentliche Schüsse in der unmittelbaren Umgebung. Angesichts der nahenden US-Armee wies der Dörnigheimer Bürgermeister den zuständigen Gemeindearbeiter an, die tags darauf aufgefundenen Toten ohne besondere Formalitäten in einem Massengrab zu verscharren.
Erst einige Monate später, im Frühsommer des Jahres 1945, erfuhr das Kommando der US-Armee von diesen Vorgängen. Es ordnete daraufhin die Exhumierung der Leichen und eine ordentliche Bestattung in zwölf Einzelgräbern an. Diese sind auf einer Handskizze von 1951 eingezeichnet.
Ein Jahr später beschloss die Gemeinde Dörnigheim längs des Friedhofs die Straße zu verbreitern, weswegen die Toten des 25. März 1945 erneut exhumiert und nunmehr am Ortsrand bestattet wurden. Angeblich bestand die Absicht, an dieser Stelle einen neuen, allgemeinen Friedhof anzulegen.
Eine dritte Exhumierung erfolgte dann 1962. Die nunmehr als „Unbekannte Kriegstote“ bezeichneten Leichen übernahm der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge zur endgültigen Bestattung auf der Kriegsgräberstätte Schlüchtern. Da die Identität der Toten von Anfang an nicht geklärt war, haben sich im Verlauf der Jahre Widersprüchlichkeiten ergeben, so dass auch beim Begräbnis in Schlüchtern immer noch von zwölf Toten die Rede war, aber zugleich die bleibende Unsicherheit besteht, wie viele und welche der in Dörnigheim erschossen Häftlinge den Schlüchterner Grabstellen tatsächlich zugeordnet werden können. 1923 hat der Volksbund eine dem aktuellen Stand der Forschung entsprechende neue Ausschilderung vorgenommen.
Handskizze der Dörnigheimer Gräber aus dem Jahr 1951
Quelle: Arolsen Archives Dokumenten-ID 101106251
26.3.2025, 19 Uhr | Kultur-und Begegnungszentrum (KUBE)
Lotichiusstr. 38, 36381 Schlüchtern
Todesmarsch durchs Kinzigtal
Das Endphaseverbrechen an den KZ-Häftlingen aus den Frankfurter Adlerwerken im März 1945 und die Kriegsgräberstätte Schlüchtern.
Vortrag von Dr. Götz Hartmann (Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Landesverband Hessen)
Ein würdiges Begräbnis haben nur wenige Opfer des Todesmarsches erhalten. Etwa 70 Gefangene wurden auf dem Weg von Frankfurt nach Hünfeld von ihren Bewachern ermordet. Meist waren es die Totengräber der benachbarten Ortschaften, die sie als „Unbekannte“ auf Gemeindefriedhöfen begruben oder auch nur an Ort und Stelle verscharrten. Vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge wurden einige der Toten Anfang der 1960er Jahre auf neu angelegte Kriegsgräberstätten umgebettet. Einer dieser Friedhöfe, 1963 eingeweiht, liegt im Stadtzentrum von Schlüchtern. 20 Opfer des Todesmarsches sind nach heutigem Kenntnisstand dort begraben.
Dr. Götz Hartmann ist Historiker und Mitarbeiter beim Volksbund in Hessen. Sein Vortrag in Schlüchtern schildert, wie sich der Umgang mit den Gräbern der Opfer des Todesmarsches in den Jahrzehnten seit 1945 gewandelt hat. Die größte Zahl dieser Gräber an einer Stelle befindet sich auf der Kriegsgräberstätte Schlüchtern. Ist der Friedhof ein geeigneter Ort, um der ermordeten KZ-Häftlinge zu gedenken? Welche ergänzende Rolle könnten Denkmäler spielen?
Der Vortrag im Rahmen der Gedenkwoche ist eine Kooperation der Stadt Schlüchtern und des Landesverbandes Hessen im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge.
30.3.2025, 14 Uhr | Frankfurter Straße
Höhe Würzburger Straße, 63607 Wächtersbach-Aufenau
Um 14 Uhr stehen 45 lebensgroße Figuren aus Eisen und Filz auf der Frankfurter Straße, Höhe Würzburger Straße in Aufenau. Die Performance beginnt schweigend, ein Text zum Geschehen im März 1945 wird gelesen. Nach einer Zeit verstellt ein Teilnehmer oder eine Teilnehmerin eine der Figuren. Nach einer Zeit des Schweigens verstellt ein weiterer Teilnehmer eine andere Figur und so weiter, so ziehen Gestalten des Jammers auf dem Weg des Erinnerns durch den Ort, das Ungeheuerliche sichtbar zu machen. Um 15 Uhr endet die Performance an der Festplatzstraße.
Ein Buch des Gedenkens bietet Raum für Namen und Eindrücke. Anschließend besteht Gelegenheit zum Gespräch (Ort noch offen). Teilnehmen können alle Interessierten. Bitte beachten Sie aktuelle Informationen auf www.kzadlerwerke.de
Schirmherr der Aktion
Boris Rhein,
Ministerpräsident des Landes Hessen
Eine Veranstaltung der
Stadt Wächtersbach, in Kooperation mit Ulrike Streck-Plath
Von August 1944 bis März 1945 war in den Frankfurter Adlerwerken das KZ-Außenlager „Katzbach“. 1.616 Menschen leisteten Zwangsarbeit in der Rüstungsproduktion. Im Februar 1945 konnte man die Zwangsarbeiter nicht mehr brauchen.
Mitte März wurden etwa 450 kranke KZ-Häftlinge in Güterwagen Richtung KZ Bergen-Belsen transportiert. Sie starben fast alle auf dem Weg.
Am 23. März hatte die US-Armee den Rhein überquert. Am Abend des 24. März wurden 360–370 Häftlinge aus dem Konzentrationslager „Katzbach“ von circa 30 SS-Männern zu Fuß in Richtung Fulda getrieben.
Hungernde, geschwächte Männer schleppten sich von den Adlerwerken aus an das nördliche Mainufer, über die Hanauer Landstraße nach Fechenheim, über Dörnigheim, an Hanau vorbei und weiter durch zahlreiche Städte und mehr als 20 Dörfer. Zwei Tage marschierten die KZ-Häftlinge nachts. Vom dritten Tag an gingen sie am Tag. Durch das Kinzigtal und über Fulda erreichten sie am 29. März Hünfeld. Mit der Bahn ging es von dort ins KZ Buchenwald, wo 280 Männer ankamen. Die SS hatte viele erschossen, weil sie zurückblieben oder nach etwas Essbarem griffen. Es war einer der „Todesmärsche“ kurz vor dem Eintreffen der alliierten Armeen.
Das Schicksal der Häftlinge hing auch vom Verhalten der Menschen in den Ortschaften ab.
Anwohner:innen waren mehrfach Zeugen, als Wachmänner Häftlinge erschossen. Leichen überließ die SS den Anwohner:innen. Einige Bürgermeister beauftragten die städtischen Totengräber, sie auf den örtlichen Friedhöfen zu beerdigen. Andere Tote wurden direkt an der Fundstelle verscharrt.
Die Veranstaltungsreihe erinnert an die Opfer dieses „Todesmarsches“ und die Opfer des KZ „Katzbach“.
In den letzten Märztagen 1945, als das nationalsozialistische Regime kurz vor seinem Ende stand, zogen etwa 360 abgemagerte und erschöpfte Männer von den Frankfurter Adlerwerken aus durch die Region. Unter Kälte und Hunger leidend, wurden sie von bewaffneten SS-Wachen zu Fuß bis ins osthessische Hünfeld getrieben. Dies waren die noch am Leben verbliebenen und zum Gehen fähigen Häftlinge des KZ-Außenlager in den Adlerwerken. Am Abend des 24. März startete dort der als „Evakuierungsmarsch“ getarnte Todesmarsch ins KZ Buchenwald. Jeder, der zurückblieb oder ausscherte, wurde erschossen.
Das KZ unter dem Decknamen „Katzbach“ ging in die Geschichte ein als eines der unmenschlichsten Lager im Dritten Reich. Auch 80 Jahre nach dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft ist ihre Ideologie noch lange nicht vollständig überwunden.
Mehr denn je ringen aktuell alle demokratischen Kräfte um eine plurale und weltoffene Gesellschaft ohne Ausgrenzung und Rassismus. Es liegt in unserer Verantwortung, an die Geschichte unseres Landes zu erinnern und daraus Lehren zu ziehen. Politik und Zivilgesellschaft sind aufgerufen, klar Position zu beziehen und den Versuchen der Diskursverschiebung entschieden entgegenzutreten.
Dafür braucht es Projekte wie dieses: Die kommunenübergreifende Veranstaltungsreihe zeichnet topografisch von Frankfurt bis nach Hünfeld die Route des Todesmarsches nach und erinnert an die Opfer des KZ „Katzbach“. Wir bedanken uns für den großen Zuspruch auf unsere Initiative.
Bleiben Sie wachsam!
Ihr Mike Josef und Ihre Dr. Ina Hartwig
Oberbürgermeister und Kulturdezernentin
Frankfurt am Main
Stadt Frankfurt am Main | Geschichtsort Adlerwerke: Fabrik, Zwangsarbeit, Konzentrationslager | Studienkreis Deutscher Widerstand 19331945 e.V. | LAGG – Leben und Arbeit in Gallus und Griesheim e.V. | Förderverein für die Errichtung einer Gedenk- und Bildungsstätte KZ Katzbach in den Adlerwerken und zur Zwangsarbeit in Frankfurt am Main e.V. | Gallus Theater | Zeichen der Hoffnung – Znaki Nadziei e.V. | KulturRegion Frankfurt RheinMain gGmbH
Arnold Roßberg | Brüder Schönfeld Forum e.V. | Bündnis Antifaschistische Filmreihe | Deutsches Polen-Institut | Fachdienst Kulturelle Bildung der Stadt Maintal | Förderverein Landsynagoge Heubach e.V. | Fritz Bauer Institut | Fulda stellt sich quer e.V. | Heinrich-Böll-StiftungHessen | Hessische Landeszentrale für politische Bildung | Junges Schauspiel Frankfurt | Katholische Akademie Fulda | Kulturzentrum Kreuz e.V. | KunstGesellschaft e.V. | Main-Kinzig-Kreis – Amt für Kultur, Sport, Ehrenamt und Regionalgeschichte | Motorradclub „Kuhle Wampe“ | Romanfabrik | Stadt Fulda | Stadt Hünfeld | Stadt Schlüchtern | Stadt Wächtersbach | TheaterProzess | Ulrike Streck-Plath | Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. – Landesverband Hessen